hoher Gleirsch, 2.492 mtr

letztes Jahr versuchte ich mich schon einmal am hohen Gleirsch. Ich sollte niemandem verraten, dass ich die „Amtssäge“ mit dem Gebäude, wenige hundert Meter vor der echten Amtssäge, verwechselt habe bzw mir nicht bewusst, war, dass dieses Gebäude EBEN NICHT DIE AMTSSÄGE war. Damals versuchte ich den Pfad zu finden, aber vergeblich. Nach mehreren hundert Höhenmetern und umherirren, steuerte ich wieder das Rad an, fuhr talauswärts, fand nichts. Dann wieder taleinwärts, bis zum Abzweig Möslalm und noch ein Stück dort entlang, als ich den Wegweiser „Amtssäge 5 min“ erspähte. Dann schlug ich mir selber auf die Stirn und ärgerte mich, dass ich einen so markanten Ausgangspunkt derart hart fand.

Zumindest für die gestrige Tour war es dann vorteilhaft, genau zu wissen, wo ich einfädeln musste. Nach 1:05 Minuten konnte ich das Rad schon deponieren. Gestartet bin ich um etwa 6:10 Uhr vom Parkplatz gleich am Taleingang. Wegen einer aufgeregten Unruhe in mir, war ich nämlich um 4:00 Uhr schon wach, und stand auch gleich auf. Weil man an einem so heißen Sommertag mit über 30 Grad im Tal nicht früh genug sein kann, war mir meine Unruhe und der frühe Aufbruch nur recht.

Das ergab den Vorteil, dass ich bis auf eine geschätzte Seehöhe von 2.300 Metern immer (noch) im Schatten aufsteigen konnte. Erst oben in Gratnähe kam ich in die Sonne. Der Aufstieg zog sich in die Länge und wollte gar nicht mehr zum Ziel führen, obwohl ich das große Gipfelkreuz schon lange erspäht hatte. Es schien einfach nicht näher zu kommen.

Mit Geduld konnte ich schlussendlich doch nach etwas mehr als 4 Stunden das Kreuz angreifen. Eine Viertelstunde freute ich mich über den Gipfelsieg und studierte die umliegende Bergwelt mit der Karte in der Hand.

Tatsächlich kann man die Nordkette von ihrer Rückseite erkennen und der Gedanke, dass man Innsbruck sehen könnte, wäre diese Kette nicht da, war komisch.

Dann machte ich mich langsam auf ins Tal. Es war an diesem Tag NIEMAND Anderer am Weg, als nur ich.

Erst unten bei der Amtssäge wunderte ich mich über ein eigenartiges „boom/whomm/boom“. Als ich näher kam, sah ich zwei junge Mädchen, die mit einer tragbaren Lautsprecherbox und lauter Musik ihrer Wege gingen. Naja, wenns denn sein MUSS (??).

die letzten Meter durch den Wald Richtung Amtssäge, zwischen den Bäumen kann man einen Blick auf die Möslalm erspähen

Die Fahrt mit dem Bike war dann reinster Genuss, bis auf den widerwärtigen Gegenanstieg in der glühenden Sonne. Die E-Biker, die an mir vorbeizogen – wohl duftend, nicht verschwitzt, und einen Gang nutzend, der ohne Strom absolut unfahrbar wäre – haben mir bestätigt: mit SPORT (oder gar Anstrengung) hat das nichts zu tun. Egal, jeder wie er mag.

Die Tour werde ich gerne und immer im Kopf behalten, als Karwendelklassiker sondersgleichen.

Giggi, 12.8.2026

Von Christian

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